Was kann den Eisprung auslösen?

Im Zyklus der Frau springt circa alle vier Wochen eine Eizelle. Verantwortlich dafür sind bestimmte Hormone. Klappt das nicht von allein, gibt es Medikamente, die den Eisprung auslösen können.

  • Schwangere Frau wird von Mann umarmt.
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Der weibliche Zyklus

Während des durchschnittlich 28 Tage dauernden Zyklus der Frau reifen in den Eierstöcken ein bis drei Eizellen heran, von denen in der Regel eine zum Eisprung kommt. Wird sie nicht befruchtet, werden die bis dahin vom Körper getroffenen Vorbereitungen für eine Schwangerschaft (verdickte Gebärmutterschleimhaut, Gelbkörper) wieder abgebaut – die Regelblutung tritt ein.

Für den reibungslosen Ablauf eines Zyklus spielt das gezielte Zusammenspiel der Hormone die zentrale Rolle: Follikelstimulierendes Hormon (FSH) und Luteinisierendes Hormon (LH) sowie Östrogen und Progesteron sorgen – ausgeschüttet in der richtigen zeitlichen Abfolge und der richtigen Konzentration – für:

  1. den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut,

  2. die Reifung der Eizelle,

  3. den Eisprung,

  4. den Umbau der Gebärmutterschleimhaut und

  5. die Regelblutung.

Östrogen wird vor allem in den Eierstöcken und den dort reifenden Eizellen produziert, FSH und LH hingegen in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Nach dem Eisprung bildet sich aus den Resten der Eihülle der sogenannte Gelbkörper (Corpus luteum), der dann Progesteron bildet.

LH löst Eisprung aus

Durch das Follikelstimulierende Hormon (FSH) reifen im Eierstock Eizellen heran, die wiederum Östrogen produzieren. Östrogen lässt die Gebärmutterschleimhaut in der ersten Zyklushälfte immer mehr anschwellen. Wenn eine Eizelle ausreichend reif und damit sprungbereit ist, steigt die Östrogenkonzentration im Blut stark an. Dies regt die Hypophyse zur massenhaften Ausschüttung von Luteinisierendem Hormon (LH) an. Dieser sogenannte „LH-Peak“, also der sprunghafte Anstieg der Konzentration von LH im Blut, löst den Eisprung aus.

Eisprung aktiv auslösen

Im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung kann es nötig sein, den Eisprung aktiv auszulösen. Man weiß dadurch auch genau, wann die Eizelle den Eierstock verlässt. Dann kann das Paar im richtigen Zeitraum Geschlechtsverkehr haben und so die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft deutlich erhöhen. Sollen Eizellen für eine künstliche Befruchtung entnommen werden, ist es ebenfalls sinnvoll, den Eisprung gezielt auszulösen, um eine Entnahme der Eizellen genau planen zu können.

Kontrollierte Eizellreifung und Eisprung

Auch bei Frauen, deren Eizellreifung nicht zuverlässig funktioniert, gibt es Möglichkeiten, einen Eisprung auszulösen: In einem ersten Schritt wird das Eizellwachstum mit einem Medikament stimuliert (ein möglicher Wirkstoff hierfür ist Clomifen). Im Anschluss an die Stimulation wird mit einem weiteren Arzneimittel der Eisprung ausgelöst. Dafür verwendet man das Humane Choriongonadotropin (HCG). Dies ist eigentlich ein Schwangerschaftshormon, kann aber auch einen Eisprung auslösen. Nach der HCG-Injektion sollte das Paar noch am selben Tag sowie am darauffolgenden Tag Sex haben, um die gesprungene Eizelle möglichst zu befruchten.

Mehr Informationen zur Erhöhung der Fruchtbarkeit lesen Sie hier.

Eisprung auslösen bei In-Vitro-Fertilisation

  • Illustration Eisprung auslösen.

Für die künstliche Befruchtung von Eizellen (In-Vitro-Fertilisation) wird ebenfalls der Eisprung mittels HCG ausgelöst.

Nach einer Stimulation der Eierstöcke zur Förderung der Eizellreifung erhält die Patientin HCG verabreicht. 36 Stunden später werden die Eizellen entnommen. Dieser zeitliche Abstand wird dadurch bestimmt, dass HCG innerhalb von 35 bis 40 Stunden zum Eisprung führt.

Fazit

An und für sich ist der Eisprung ein völlig natürlicher Vorgang. Manchmal kann es aber sein, dass Ihr Körper Unterstützung benötigt. Da es wichtig ist, die Ursache dafür zu kennen, sollten sie sich in diesem Fall an Ihre behandelnde Gynäkologin wenden. Falls erforderlich, kann mithilfe von Medikamenten die Reifung der Eizellen stimuliert und schließlich der Eisprung ausgelöst werden, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.