Der weibliche Zyklus: Wann ist mein Eisprung?

Der weibliche Zyklus entsteht durch ein faszinierendes Zusammenspiel von Hormonen. Doch wie wird der Eisprung genau ausgelöst? Und wie kann man den Zeitpunkt möglichst genau bestimmen?

  • Kalender und Bleistift.
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Wann im Zyklus ist Eisprung?

Um die Frage zu beantworten, wann der Eisprung stattfindet, hilft es, den weiblichen Zyklus etwas genauer kennenzulernen. Zwischen einer Regelblutung und der nächsten wirken verschiedene Hormone im Zusammenspiel:

  1. Das Follikelstimulierende Hormon (FSH) aus der Hirnanhangsdrüse sorgt anfangs für die Reifung von Eizellen im Eierstock.

  2. Das bekannteste weibliche Geschlechtshormon ist das Östrogen. Es wird von den reifenden Eizellen produziert und verursacht in der ersten Hälfte des Zyklus unter anderem eine Verdickung der Gebärmutterschleimhaut. Dies sind bereits Vorbereitungen des Körpers auf eine mögliche Schwangerschaft.

  3. Die gegen Mitte des Zyklus besonders hohen Östrogenmengen lösen in der Hirnanhangsdrüse die Ausschüttung von Luteinisierendem Hormon (LH) aus. Dies lässt eine reife Eizelle aus dem Eierstock in den Eileiter austreten.

  4. Im Eierstock bleibt nach dem Eisprung die Eihülle zurück. Sie wird zum sogenannten Gelbkörper (Corpus luteum) umgewandelt und produziert dann das Hormon Progesteron. Progesteron verändert die Gebärmutterschleimhaut so, dass sich eine befruchtete Eizelle einnisten könnte. Es ist auch ein wichtiges Schwangerschafts-erhaltendes Hormon, wenn es dann zur Befruchtung der Eizelle gekommen ist.

  5. Findet keine Befruchtung statt, bildet sich der Gelbkörper zurück, die Progesteronproduktion wird eingestellt und daraufhin die vorbereitete Gebärmutterschleimhaut wieder abgestoßen – ein neuer Zyklus beginnt, Sie merken das an Ihrer Regelblutung.

Wie kann man den Zeitpunkt des Eisprungs bestimmen?

Wann der Eisprung voraussichtlich stattfindet, kann man mit verschiedenen Methoden berechnen, die unterschiedlich genau sind:

  • Kalender befragen: Wenn Sie einen sehr regelmäßigen Zyklus haben, können Sie bereits mit einem einfachen Kalender errechnen, wann Ihr Eisprung wahrscheinlich stattfindet: 11 bis 17 Tage (im Schnitt 14 Tage) vor der nächsten Regelblutung ist es soweit.

  • Temperatur und Schleim prüfen: Bei der symptothermalen Methode messen Sie jeden Morgen Ihre Körpertemperatur. Auch die Zähigkeit und Menge des Scheidenschleimes wird notiert. Die Temperatur steigt nach dem Eisprung leicht an. Außerdem zeigt reichlicher und dünnflüssiger Schleim an, wann der Eisprung bevorsteht. Manche Frauen spüren um den Eisprung herum auch ein Ziehen und Zupfen im Unterbauch. Aber sowohl die Schleimmenge als auch die anderen Symptome sind bei allen Frauen unterschiedlich stark ausgeprägt.

Mit Eisprungrechnern lässt sich berechnen, wann der Eisprung vermutlich stattfindet. Es gibt sie als App fürs Handy oder auf verschiedenen Websites.

Eisprungcomputer & Ovulationstests

Es gibt Eisprungcomputer und Ovulationstests, die den Zeitpunkt des Eisprungs über Hormonmessungen bestimmen.

Ovulationstests messen dabei meist das Luteinisierende Hormon(LH) im Urin und können ähnlich wie ein Schwangerschaftstest angewendet werden. Die fruchtbarsten Tage werden damit ermittelt. Dies ist vor allem sinnvoll in Kombination mit der symptothermalen Methode, wenn Sie bereits eine ungefähre Vorstellung davon haben, wann Ihr Eisprung stattfindet. Mit dem Ovulationstest können Sie den Zeitpunkt weiter eingrenzen.

Eisprungcomputer können auch die Östrogenkonzentration messen. So lernt man den Ablauf des eigenen Zyklus besser kennen und kann früher den Zeitpunkt des nächsten Eisprungs bestimmen. Auf diese Weise lassen sich die fruchtbaren Tage genauer festlegen.

Warum sollte ich wissen, wann mein Eisprung ist?

Zwei ganz praktische Gründe sprechen dafür, das „Wann“ zu kennen:

  1. Sie möchten schwanger werden:

    Um erfolgreich schwanger zu werden, hilft es sehr, die fruchtbaren Tage zu kennen. Da diese sich um den Eisprung gruppieren, sollten Sie wissen, wann dieser stattfindet. In dieser Zeit erhöht häufiger Geschlechtsverkehr die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden.

  2. Sie möchten verhüten:

    Wenn Sie wissen, wann Ihr Eisprung ist, wissen Sie auch, wann Sie verhüten müssen – und wann nicht! Mit der symptothermalen Methode können Sie recht sicher verhüten, ohne Ihren Körper mit zusätzlichen Hormonen zu belasten. Allerdings: Die Sicherheit der Methoden hängt vor allem von der richtigen Anwendung ab und braucht einiges an Erfahrung. Und im Gegensatz zu Kondomen besteht natürlich keinerlei Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten. Dies sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie „natürlich“ verhüten möchten.