Was passiert, wenn Sie schwanger werden?

Sie wünschen sich ein Kind? Hier erfahren Sie, was im Körper passieren muss, um schwanger zu werden.

  • Frau umarmt Mann und hält Schwangerschaftstest.
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Grundlage für eine Schwangerschaft ist die Befruchtung einer weiblichen Eizelle durch ein männliches Spermium. Die Hoden des Mannes produzieren ab der Pubertät permanent und bis ins relativ hohe Alter Spermien. Dagegen ist bei Frauen die Anzahl der Eizellen von Geburt an festgelegt: Sie liegen in den Eierstöcken bereit und ein Teil davon reift während jedes Zyklus heran.

Den eigenen Zyklus kennen hilft, um schwanger zu werden

Mit einsetzender Hormonproduktion in der Pubertät reifen etwa alle vier Wochen mehrere Eizellen heran, eine davon verlässt in der Regel den Eierstock (Eisprung) und wandert über den Eileiter in die Gebärmutter. Aus den Resten des Eibläschens, die im Eierstock zurückbleiben, bildet sich der sogenannte Gelbkörper. Dieser produziert das Hormon Progesteron (Gelbkörperhormon), was zur Reifung der Gebärmutterschleimhaut führt.

Die Eizelle ist insgesamt ungefähr 12-24 Stunden befruchtungsfähig. Vereint sie sich innerhalb dieses Zeitfensters nicht mit einem Spermium, findet keine Befruchtung statt. Daraufhin bildet sich der Gelbkörper in der zweiten Zyklushälfte zurück und die Gebärmutter stößt schließlich ihre vorbereitete Schleimhaut wieder ab – das kennen Frauen als Regelblutung oder Menstruation. „Mens“ bedeutet auf Latein „Monat“, die Benennung stammt von der durchschnittlichen Dauer von 28 Tagen pro Zyklus. Die Zykluslänge ist aber je nach Frau recht variabel und kann auch bei gesunden Frauen zwischen 24 und 38 Tagen schwanken.

Die Schwangerschaft beginnt: Wie funktionieren Befruchtung und Einnistung?

Hat das Paar in der „fruchtbaren Zeit“ nun Geschlechtsverkehr, treffen die Spermien auf die Eizelle. Da Spermien bis zu fünf Tage lang befruchtungsfähig bleiben, beschränkt sich dieses Zeitfenster nicht auf einen einzigen Tag. In jedem Zyklus sind es etwa sechs fruchtbare Tage, die Sie errechnen können, wenn Sie Ihren Zyklus gut kennen und er recht regelmäßig ist.

Ist es einem Spermium gelungen, in die Eizelle einzudringen und mit ihr zu verschmelzen, war die Befruchtung erfolgreich. Während die nun befruchtete Eizelle vom Eileiter in die Gebärmutter wandert, beginnt sie bereits, sich zu teilen. Theoretisch sind Sie jetzt schon schwanger – es fehlt aber noch ein wichtiger Schritt: Die Einnistung (Nidation). Dabei befreit sich die befruchtete Eizelle von ihrer Umhüllung und nistet sich in die Gebärmutterschleimhaut ein. Dort wird sie dann fest verankert und es bildet sich in den nächsten Wochen die Plazenta, auch als Mutterkuchen bekannt. Sie versorgt den Embryo mit allen notwendigen Nährstoffen

Wenn das Schwangerwerden nicht klappt

Es ist völlig normal, dass man nicht auf Anhieb schwanger wird. Sehr viele Paare, bei denen es nicht klappt, sprechen oft nicht darüber, weil es sich wie Versagen anfühlt. Dabei ist es das nicht!

Eine Schwangerschaft ist ein natürlicher biologischer Vorgang: Damit es klappt, müssen viele Faktoren aufeinandertreffen und zueinander passen.

Manchen davon kann man ein wenig auf die Sprünge helfen, z.B. kann man die fruchtbaren Tage richtig berechnen und klären, dass beide Partner gesund sind. Denn: Zum Schwangerwerden gehören immer zwei! Es liegt nicht zwangsläufig an der Frau, wenn sie nicht schwanger wird, ebenso kann etwas mit dem Sperma des Mannes nicht in Ordnung sein.

Die Fruchtbarkeit von Frauen ist altersabhängig: Je älter sie ist, wenn sie ein Kind bekommen möchte, desto geringer sind ihre Chancen. Viele hören darum „die Uhr ticken“. Falls es nicht spontan klappt schwanger zu werden, gibt es mittlerweile verschiedene Möglichkeiten, die Fruchtbarkeit auch in fortgeschrittenem Alter zu unterstützen. Zu lange warten sollte man jedoch nicht, denn auch mit Behandlung nehmen die Erfolgschancen mit der Zeit ab.

Entspannt schwanger werden

Neben körperlicher Gesundheit darf auch die Psyche nicht vergessen werden. Steht Ihre Partnerschaft auf soliden Füßen, sind die wirtschaftlichen Fragen geklärt, können Sie viel entspannter darauf blicken, schwanger zu werden. Versuchen Sie, sich nicht damit zu stressen – das senkt eher die Chancen. Nicht umsonst entstehen viele Babys im Urlaub, wenn wir gelöst und glücklich sind.

Übrigens: Der Arzt spricht erst von Unfruchtbarkeit, wenn nach einem Jahr mit regelmäßigem Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft entstanden ist. Wenn das der Fall ist, hilft ein Besuch beim Gynäkologen oder in einem Kinderwunschzentrum, um zu klären, woran dies liegen könnte. Die Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch können sehr unterschiedlich sein. Wenn die Unfruchtbarkeit körperliche Ursachen hat, wie z.B. eine Hormonstörung, können diese oft gut behandelt werden. Manchmal hat es aber einfach noch nicht geklappt, weil man es beispielsweise an unfruchtbaren Tagen versucht hat.

Es muss also nicht zwangsläufig eine körperliche Ursache haben, wenn es eine Weile dauert, bis Sie schwanger werden! Was Sie unterstützend tun können, erfahren Sie hier.