Gynäkologische Erkrankungen verstehen & vorbeugen

Gynäkologische Erkrankungen leicht erklärt. Von A wie Ausfluss bis Z wie Zyklusstörung – hier finden Sie eine Übersicht gynäkologischer Erkrankungen und wie Sie sich vor ihnen schützen können.

  • Junge Frau umarmt ältere Frau.
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Was bedeutet „gynäkologisch“?

Oft gehört, selten übersetzt: Das Wort „gynäkologisch“ stammt aus dem Griechischen; „gyn“ bedeutet weiblich. Die Gynäkologie ist also die Wissenschaft des Weiblichen. Als gynäkologische Erkrankungen bezeichnet man alle Krankheiten, die den weiblichen Harn- und Genitaltrakt betreffen – also neben Eierstöcken, Gebärmutter und Scheide auch Blase und Harnröhre. Erkrankungen der weiblichen Brust gehören ebenso dazu.

Für Beschwerden an den weiblichen Geschlechtsorganen, der Harnblase und den Brüsten sind Frauenärzte Ihre Ansprechpartner

  • Illustration des weiblichen Körpers: Genitaltrakt mit Scheide, Gebärmutter, Eierstöcken, Harnblase und Harnröhre.
    Zu den weiblichen Geschlechtsorganen gehören die Brüste und der Genitaltrakt mit Eierstöcken, Gebärmutter und Scheide. Der Gynäkologe behandelt ebenso Erkrankungen der Harnröhre und Harnblase.

Zu den weiblichen Geschlechtsorgane gehören die Brüste und der Genitaltrakt mit Eierstöcken, Gebärmutter und Scheide. Der Gynäkologe behandelt ebenso Erkrankungen der Harnröhre und Harnblase.

Während heutzutage über viele Erkrankungen offen gesprochen wird und mancher seinen Bänderriss über Facebook teilt, sind „Frauensachen“ oft noch ein schambesetztes Tabuthema – völlig zu Unrecht! Die Frauenheilkunde ist eine medizinische Fachrichtung wie jede andere und gynäkologische Erkrankungen sind nichts, wofür Frau sich schämen müsste. Auch wenn Frauen der Gang zum Gynäkologen oft unangenehm ist, weil sie sich zum Beispiel mit einer Genitalinfektion extrem unwohl fühlen – die behandelnde Ärztin oder der Arzt sowie ihr Praxisteam sehen das aus einer neutralen, medizinischen Perspektive, denn für sie gehört das zum Arbeitsalltag.

Welche gynäkologischen Erkrankungen gibt es?

Es gibt natürlich sehr viele verschiedene gynäkologische Erkrankungen, aber zum leichteren Verständnis kann man sie in folgende Gruppen einteilen:

Infektionen & Fehlbesiedlungen

Scheidenpilz, und Fehlbesiedlungen mit Bakterien, wie eine bakterielle Vaginose. Dabei gerät die gesunde Scheidenflora aus dem Gleichgewicht, Milchsäurebakterien, die für ein saures, schützendes Scheidenmilieu sorgen, werden verdrängt, krankmachende Keime vermehren sich und eine Entzündung kann sich breit machen. Die Folgen: Scheidenpilz verursacht unangenehmen Juckreiz, Brennen und Scheidenausfluss. Eine bakterielle Vaginose erkennt man vor allem am durchdringend riechenden Ausfluss.

Gerade Scheidenpilz befällt sehr viele Frauen im Laufe ihres Lebens, ist aber meist harmlos. Treten die Symptome das erste Mal auf, sollten sie von einem Gynäkologen abgeklärt werden. Erfahrene Frauen können Scheidenpilz mit rezeptfreien Mitteln wie KadeFungin 3 gut selbst behandeln. Bei einer bakteriellen Vaginose mit dem typischen fischartigen Intimgeruch kann bei einer leichten Symptomatik die KadeFungin Milchsäurekur angewandt werden. Sie sollten im Zweifel immer einen Arzt aufsuchen, denn meist musst die bakterielle Vaginose mit einem Antibiotikum behandelt werden.

KadeFungin® 3 Kombi-Packung, Vaginaltabletten und Creme. Wirkstoff: Clotrimazol. Anwendungsgebiete: Infektionen der Scheide und des äußeren Genitalbereiches durch Hefepilze (Candida albicans). Die Creme enthält Cetylstearylalkohol. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Stand: 03/2013

Blutungsstörungen

Sie können sich unter anderem in zu langer, zu starker oder zu schmerzhafter Blutung äußern.

Ursachen hierfür gibt es viele:

  • direkte Erkrankungen der Geschlechtsorgane wie Gebärmutterhalskrebs oder Myome
  • Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Mangelernährung oder Übergewicht
  • psychische Aspekte wie Stress im Berufsleben oder der Partnerschaft

Manchmal steckt das Polyzystische-Ovarien-Syndrom (PCO) hinter den Blutungsstörungen. Bei dieser Hormonstörung kommt es zu einer unregelmäßigen oder ganz ausbleibenden Periode und weiteren Symptomen.

Tumoröse Veränderungen

Bei tumorösen Erkrankungen, bei denen also eine Geschwulst (Tumor) entsteht, verändern sich ursprünglich gesunde Zellen und beginnen, sich unkontrolliert zu vermehren. Es gibt gutartige (benigne) und bösartige (maligne) Tumoren; bösartige bezeichnet man gemeinhin als Krebs. Zu den gutartigen Tumoren zählen zum Beispiel Myome und Polypen in der Gebärmutter. Gebärmutterhalskrebs und Eierstockkrebs sind bösartige Tumoren.

Tumuröse Erkrankungen werden entweder bei den regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen entdeckt oder aber die Patientin hat bereits Symptome. So können Myome oder Gebärmutterhalskrebs Störungen der Regelblutung hervorrufen(s.o.), es kommt zu Zwischenblutungen und im Falle von Myomen können auch wehenartige Schmerzen auftreten.

Um festzustellen, ob eine Wucherung gut- oder bösartig ist und ob sie für die Frau gefährlich ist, sollte sie unbedingt von einem Arzt untersucht werden. Häufig wird eine kleine Probe der veränderten Zellen untersucht, die Aufschluss darüber gibt.

Degenerative Veränderungen

Eine Degeneration bedeutet, dass manche Zellen ihre natürliche Funktion verlieren, ohne dabei weiteren Schaden anzurichten. Ganz normal ist das der Fall, wenn sich zum Beispiel die Zellschichten der Gebärmutter oder Scheide nach den Wechseljahren zurückbilden (Atrophie). Dies kann beispielsweise zu Vaginaltrockenheit führen, die wiederum ein Brennen und Jucken verursachen kann, sowie Schmerzen beim Sex. Passiert dies aber aufgrund von krankhaften Hormonschwankungen, z.B. der Schilddrüse, fällt eine degenerative Veränderung der Gebärmutter unter die gynäkologischen Erkrankungen und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Wie können Sie sich vor gynäkologischen Erkrankungen schützen?

An erster Stelle steht der regelmäßige Gang zum Frauenarzt: Ab dem Alter von 20 Jahren übernimmt die Krankenkasse jährliche Früherkennungsuntersuchungen auf bestimmte gynäkologische Erkrankungen. Wenn Sie jedoch unter akuten Beschwerden leiden, sollten Sie direkt zum Arzt. Wenn Sie die Früherkennungsuntersuchung in Anspruch nehmen, wird Ihr Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin Sie gründlich untersuchen und Sie können bei dieser Gelegenheit alle Fragen stellen, die Sie bewegen.

Zu den Untersuchungen gehört, dass Ihre Brüste abgetastet werden, um Veränderungen im Gewebe zu entdecken. Diese müssen natürlich nicht immer bösartiger Natur sein: Auch gutartige Geschwulste oder nach einer Entzündung vernarbtes Gewebe kann Knötchen bilden. Übrigens: Sie können lernen, Ihre Brüste selbst regelmäßig abzutasten. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an!

Auch die Schamlippen und Scheide werden untersucht: Wie sehen Haut und Schleimhaut aus, gibt es einen Hinweis auf eine Erkrankung? Ein Schleimhautabstrich wird unter dem Mikroskop auf Hinweise für eine Bakterien- oder Pilzinfektion untersucht.
Meist tastet die Gynäkologin oder der Gynäkologe auch den Unterbauch mit Gebärmutter und Eierstöcken und die Leistenlymphknoten ab.

Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs wird am Gebärmutterhals, der Zervix, ein Abstrich genommen: Mit einem Wattestäbchen oder einer kleinen Bürste werden einige Zellen abgelöst, der Abstrich angefärbt und unter dem Mikroskop untersucht. (Dieses spezielle Verfahren nennt sich PAP-Test, nach seinem Erfinder, dem Arzt George Papanicolaou.) Sind die Zellen verändert, lässt sich damit ein Gebärmutterhalskrebs (oder Vorstufen davon) erkennen, bevor man ihn mit bloßem Auge sehen kann.

Besonders für junge Menschen gibt es mittlerweile eine Impfung gegen die Humanen Papillomaviren (HPV), die diese Krebsart verursachen. Da man sich meist über den Geschlechtsverkehr mit diesen Viren ansteckt, gilt für Töchter: Am besten VOR dem ersten Sex zum Arzt! Für Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung, weshalb deren Kosten auch von den Krankenkassen übernommen werden.

Diagnose gynäkologischer Erkrankungen

Für die Diagnose von gynäkologischen Erkrankungen gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Fällt bei der regulären Untersuchung etwas Ungewöhnliches auf, wird weiter geforscht: Eine Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke oder des Brustgewebes tut nicht weh und kann schon viel Aufschluss geben. Bei Infektionen hilft eine Bakterien- oder Pilzkultur, der Ursache auf die Schliche zu kommen.

Veränderter Scheidenausfluss, ungewöhnlicher Geruch, Juckreiz oder Brennen und auch unregelmäßige Regelblutungen können ein Hinweis auf eine gynäkologische Erkrankung sein. Wenn Sie solche Symptome bei sich bemerken, sollten Sie auf jeden Fall zur Abklärung Ihren Frauenarzt aufsuchen.

Ruhe bewahren – Ursache abklären

Als Betroffene lässt sich nicht immer klar feststellen, wie schwerwiegend die Krankheit tatsächlich ist: Zum Beispiel kann Juckreiz sehr belastend sein, aber auf eine einfache Reizung hinweisen, die von allein zurückgeht. Ist die Ursache hingegen eine Infektion, sollte das natürlich behandelt werden. Ähnlich verhält es sich mit der Zykluslänge: Längst nicht jede Frau hat den klassischen 28-Tage-Zyklus und Schwankungen um einige Tage können auch durch Krankheit, Stress oder ganz natürliche Schwankungen im Hormonsystem verursacht werden. Aber wenn eine Hormonstörung zugrunde liegt, ist sie meist behandelbar. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie an einer gynäkologischen Erkrankung leiden, wenden Sie sich an den Arzt Ihres Vertrauens!