Wie kann man einer Blasenentzündung vorbeugen?

Einer Blasenentzündung kann man effektiv vorbeugen. Auch Frauen, die schon einmal eine Blasenentzündung hatten oder an chronischen Beschwerden leiden, können mit diesen Tipps etwas leichter durchs Leben gehen.

  • lachende Frau trinkt Wasser.
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Blase ausreichend spülen

Um einer Blasenentzündung vorzubeugen, sollten Sie viel trinken, vor allem Wasser, Kräutertee oder verdünnte Fruchtsäfte. Und gehen Sie rechtzeitig zur Toilette, nicht erst dann, wenn Sie sehr dringend müssen. Achten Sie darauf, die Blase dann immer ganz zu entleeren. Damit spülen Sie Ihre Blase regelmäßig gut durch und die Bakterien können sich so nicht halten.

Wer sehr lange den Urin anhält oder die Blase nicht ganz entleert, kann damit sogenannten Restharn begünstigen: Dabei bildet sich eine kleine Flüssigkeitsmenge, die immer in der Blase verbleibt. Darin fühlen sich krankmachende Keime sehr wohl und können sich ungestört vermehren. Die Folge ist eine Blasenentzündung.

Intimhygiene – so viel wie nötig, so wenig wie möglich

Sie brauchen für die Intimhygiene keine aggressiven Duschgels oder gar Intimdeos. Warmes Wasser und vielleicht eine milde Intimwaschlotion, die den optimalen pH-Wert hat, sind absolut ausreichend. Damit verhindern Sie Reizungen und eine Schwächung der gesunden Bakterienflora auf Haut und Schleimhaut und beugen einer Blasenentzündung vor.

Wischen Sie außerdem nach dem Toilettengang immer von vorn nach hinten. Andernfalls können Darmbakterien in Scheide und Harnröhre gelangen und für Probleme sorgen.
Unterwäsche sollte möglichst aus Baumwolle sein und bei mindestens 60° gewaschen werden – damit töten Sie alle Bakterien und beugen einer Blasenentzündung vor. (Es gibt Hygienespüler, die dies auch bei niedrigeren Temperaturen erreichen – achten Sie beim Einkauf darauf.) Zudem verursacht Baumwollunterwäsche beim Fahrradfahren oder bei großer Hitze im Sommer weniger Hitzestau, was wiederum die zarte Haut im Intimbereich schont.

Übrigens: Eine neue Studie (Gilbert, O’Brien, Lewis, Wang, & Amaral, 2017) deutet darauf hin, dass Scheideninfektionen mit dem Bakterium Gardnerella vaginalis die Entwicklung von Blasenentzündungen begünstigen können. Milchsäurekuren wie die KadeFungin Milchsäurekur können angewendet werden, um einer Blasenentzündung effektiv vorzubeugen: Die KadeFungin Milchsäurekur senkt den pH-Wert in der Scheide, sodass sich krankmachende Keime nicht mehr vermehren können, die erwünschte Scheidenflora hingegen gestärkt wird.

Sexualität und Blasenentzündung

Bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr können Darmbakterien in die Scheide gebracht werden, die durch die Bewegungen auch ihren Weg in die Harnblase finden. Kondome bieten hier einen gewissen Schutz. Spermizide oder ein Diaphragma können die empfindliche Scheidenflora stören und sind daher eher ungünstig, wenn es um das Vorbeugen einer Blasenentzündung geht.

Übrigens: Ärzte sprechen auch von einer „Honeymoon“-Zystitis oder der „Flitterwochenkrankheit“, da viele Frauen durch den Geschlechtsverkehr in den Flitterwochen eine Blasenentzündung bekommen. Die „Honeymoon“-Zystitis ist eine normale Entzündung der Harnblase, deren Bezeichnung sich auf die Ursache bezieht.

Man muss aber nicht in den Flitterwochen gewesen sein, um durch Sex eine Blasenentzündung zu bekommen. Dieser können Sie vorbeugen, in dem Sie zügig nach dem Geschlechtsverkehr zur Toiletten gehen. Etwaige unerwünschte Bakterien werden direkt wieder ausgespült und die Blasenentzündung bleibt aus.

Starke Abwehr schützt vor Blasenentzündung

Sie beugen einer Blasenentzündung vor, wenn Sie Unterkühlung vermeiden: Den feuchten Badeanzug am besten gleich nach dem Schwimmen ausziehen, keine kalten Füße riskieren und nicht auf kalten Steinplatten sitzen. Das schwächt die lokale Abwehr und macht es Bakterien leichter, sich in der Blase anzusiedeln.

Übrigens: Auch bauchfreie Tops können einer Blasen- oder Nierenbeckenentzündung den Weg ebnen.

Eine ausgewogene Ernährung, genügend Schlaf und ausreichend Bewegung helfen grundsätzlich, um gesund zu bleiben. Und ein starkes Immunsystem gibt der Blasenentzündung keine Chance!
Cranberrysaft wird in der nordamerikanischen Naturheilkunde schon sehr lange zur Vorbeugung von Blasenentzündung eingesetzt. Allerdings konnte bisher nicht eindeutig belegt werden, dass er eine messbare Wirkung hat.

Blasenentzündung vorbeugen im Alter und bei Erkrankungen

Bei Frauen in und nach den Wechseljahren verändert sich durch den niedrigeren Östrogenspiegel im Blut die Scheidenflora: Die Dicke der Schleimhaut und auch das Vorkommen der Milchsäurebakterien (Laktobazillen) nehmen ab, der pH-Wert steigt an. Dadurch sinkt die Fähigkeit der Scheide, krankmachende Keime abzuwehren. Von hier können sie dann in die Harnröhre gelangen und eine Blasenentzündung verursachen.

Viele Frauen in den Wechseljahren profitieren daher von östrogenhaltigen Medikamenten: Damit wird der durcheinander gewirbelte Hormonhaushalt wieder ausgeglichen und so einer Blasenentzündung vorgebeugt.

Wenn Sie an einer Grunderkrankung leiden, die Ihre Abwehrkräfte schwächt, ist es wichtig, dass auch diese entsprechend behandelt wird. Dadurch lässt sich das generelle Risiko für Infektionen, zu denen auch die Blasenentzündung gehört, senken.

Zur Vorbeugung oder Behandlung bei chronischer Blasenentzündung gibt es auch die Möglichkeit einer Immunstimulation: Ähnlich einer Impfung wird das Immunsystem animiert, die Krankheitserreger vermehrt zu bekämpfen. Über die Stärke der Wirkung wird in der Wissenschaft derzeit noch diskutiert.

Gilbert, N. M., O’Brien, V. P., Lewis, A. L., Wang, A., & Amaral, F. (2017). Transient microbiota exposures activate dormant Escherichia coli infection in the bladder and drive severe outcomes of recurrent disease. PLOS Pathogens, 13(3), e1006238. https://doi.org/10.1371/journal.ppat.1006238