Scheidentrockenheit – verständlich erklärt

Bei Scheidentrockenheit bildet sich die Scheidenhaut zurück, verliert an Elastizität und produziert weniger Feuchtigkeit. Die Folge: unangenehmes Jucken, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

  • Lachende Frau sitzt auf dem Sofa.
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Normalerweise ist die Oberfläche der Scheide von einem Flüssigkeitsfilm überzogen, der sie feucht hält. Doch bei manchen Frauen ist die Scheide zu trocken und verursacht Juckreiz, Brennen und Schmerzen, hinzu kommen durch die Trockenheit verursachte Verletzungen. Was Scheidentrockenheit genau ist und warum sie auftritt, erfahren Sie hier.

Was ist Scheidentrockenheit?

Die Scheide der Frau ist von einem dünnen Flüssigkeitsfilm überzogen. Dafür sorgen zum einen die Blutgefäße der Scheide, aus denen beständig eine geringe Menge Flüssigkeit austritt. Zusätzlich finden sich im Bereich des Gebärmutterhalses, der Zervix, viele Schleimdrüsen, die die Scheidenhaut feucht halten. Wenn zu wenig Feuchtigkeit gebildet wird, spricht man von Scheidentrockenheit.

  • Illustration: Was ist Scheidentrockenheit

Anzeichen einer Scheidentrockenheit

Wenn eine Frau unter Scheidentrockenheit leidet, verspürt sie meist ein Wundgefühl, Brennen und Schmerzen, zum Beispiel beim Fahrradfahren und beim Geschlechtsverkehr. Es kann auch zu Juckreiz und Hautreizungen mit kleinen Verletzungen kommen. In den meisten Fällen ist dies für die betroffenen Frauen sehr unangenehm.

Ursachen für Scheidentrockenheit

Die Ursachen für Scheidentrockenheit sind sehr vielfältig. Es ist keine Krankheit an sich, sondern ein Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Mögliche Gründe dafür sind:

  1. Hormone: Eine Ursache für Scheidentrockenheit ist ein Mangel an dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen. Sinkt der Östrogen-Spiegel im Blut ab, hat dies unter anderem zur Folge, dass sich die Scheidenhaut zurückbildet. Sie wird weniger durchblutet und es tritt weniger Flüssigkeit aus. Das kann zum Beispiel bei Frauen auftreten, die sich in den Wechseljahren und danach befinden, die mit einer bestimmten Antibabypille (Mikropille) verhüten sowie bei Frauen, die gerade entbunden haben und/oder stillen.

  2. Medikamente: Bestimmte Medikamente, die auch den Hormonhaushalt beeinflussen, können eine Scheidentrockenheit auslösen.

  3. Stoffwechselerkrankungen: Ursache könne Erkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Bluthochdruck oder Nervenerkrankungen wie Multiple Sklerose sein.

  4. Gynäkologische Erkrankungen: Sind Gebärmutter und Eierstöcke erkrankt oder hat eine Operation an diesen Organen stattgefunden, kann Scheidentrockenheit die Folge sein.

  5. Eine Bestrahlung oder Chemotherapie im Rahmen einer Krebstherapie löst häufig ebenfalls die unangenehmen Beschwerden der Scheidenhaut aus.

Oft liegen einer Scheidentrockenheit auch psychische Ursachen zu Grunde: Stress im Alltag, eine psychische Erkrankung, ein Trauma, aber auch eine aufreibende Partnerschaft können unangenehme Folgen haben. Gerade letzteres führt nicht selten dazu, dass eine Frau beim Sex Schmerzen hat, weil sie nicht ausreichend feucht wird.

Wirksame Hilfe bei Scheidentrockenheit

Wenn Sie unter Scheidentrockenheit leiden, sprechen Sie unbedingt Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin an, damit Sie gemeinsam die Ursache herausfinden und gezielt behandeln können. Zusätzlich gibt es verschiedene Medikamente, die direkt helfen können.

Hormonfreie Mittel gegen Scheidentrockenheit mit Inhaltsstoffen wie Hyaluronsäure befeuchten die Scheide sofort und wirken gut gegen Reizungen und kleine Verletzungen. Diese gibt es zum Beispiel als Zäpfchen (Ovula) oder auch als Creme/Gel und sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Einige von ihnen können auch in Kombination mit einem Kondom verwendet werden, wie z. B. das KadeFungin Befeuchtungsgel.

Ist die Scheidentrockenheit hormonell bedingt, sind lokal anzuwendende Östrogen-(Estriol-)haltige Mittel, zum Beispiel als Cremes und Zäpfchen, eine Behandlungsoption.

Mehr zu Medikamenten gegen Scheidentrockenheit finden Sie hier.

Damit Scheidentrockenheit nicht zum Problem wird…

…können Sie auch schon vorher etwas tun.

  • Achten Sie besonders auf Ihre Intimhygiene: Weniger ist mehr! Verwenden Sie vor allem klares Wasser, maximal eine Intimwaschlotion, aber keine aggressiven Duschgels mit Parfumstoffen, die Ihre Haut reizen. Meiden Sie feuchtes Toilettenpapier und Enthaarungscremes für den Intimbereich.
  • Während der Menstruation kann es helfen, Binden oder Menstruationstassen statt Tampons zu verwenden, um die Schleimhaut nicht noch stärker auszutrocknen.

Nicht aushalten – Hilfe holen!

Frauen mit Scheidentrockenheit sollten nicht still vor sich hin leiden. Naturgemäß sprechen die wenigsten Menschen gerne über ihr Intimleben, schon gar nicht mit einem Arzt. Aber es ist wichtig, die zugrunde liegende Ursache zu finden. Außerdem gibt es wirksame Hilfe, die schnell und unkompliziert wieder die eigene Lebensqualität steigert. Wenden Sie sich daher vertrauensvoll an Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin.