Gesund und schön: Intimpflege für die Frau

Wie Sie Ihren Intimbereich richtig pflegen

Die richtige Intimpflege ist nicht kompliziert. Es gibt aber ein paar Dinge, die jede Frau beachten sollte, um langfristig gesund zu bleiben.

  • Lachende Frau mit Rasierer in der Hand.
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Die gesunde Hautbarriere

Unsere Haut hat verschiedene Schutzmechanismen: Bei gesunden Menschen lebt eine große Anzahl ungefährlicher Keime auf ihrer Oberfläche, die die die Haut gesund halten, man bezeichnet sie auch als Hautflora. Außerdem ist die Haut von einem fetthaltigen Säureschutzmantel bedeckt, je nach Körperregion schwankt der pH-Wert um den Wert 5. In diesem sauren Milieu können sich Krankheitserreger nur schwer vermehren und die Haut schädigen. In der Intimregion unterliegt der pH-Wert auch alters- bzw. hormonbedingten Schwankungen: Vor der Pubertät beträgt er etwa 7, bei geschlechtsreifen Frauen 3,8 bis 4,5 und nach der Menopause kann er wieder bis auf einen Wert von 7 ansteigen.

Alkalische Seifen zerstören den Schutzmantel der Haut nachhaltig: Wenn Sie sich die Hände mit normaler Seife waschen, ist der Haut-pH-Wert über Stunden deutlich erhöht, die Haut kann sich also nicht mehr effektiv schützen. Von Vorteil sind daher Reinigungs- und Pflegeprodukte mit einem pH-Wert von 5 bis 5,5. Auch wenn der Intimbereich mit normalem Duschgel gereinigt wird, kommt es zu einer unerwünschten Erhöhung des Haut-pH-Werts. Deshalb ist die richtige Intimpflege so wichtig, um die gesunde Hautbarriere zu schützen.

Übrigens: Der pH-Wert von 0 bis 14 ist ein Maß für die Stärke von Säuren und Laugen, Wasser nimmt dabei den neutralen Wert 7 ein. Werte darunter sind „sauer“, Werte darüber sind „basisch“ oder „alkalisch“.

Intimpflege: Richtige Reinigung des Intimbereichs

Zur Reinigung des äußeren Genitalbereichs genügt gewöhnlich klares, warmes Wasser. Die Scheide reinigt sich selbst sehr effektiv, sie sollte nicht von innen mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten gespült werden. Dies irritiert eher die gesunde Scheidenflora und bringt sie aus dem Gleichgewicht. Es reicht für gewöhnlich völlig, sich einmal am Tag zu waschen, häufigeres Duschen strapaziert die Haut, nicht nur im Intimbereich.

Wenn Sie sich nicht recht damit wohlfühlen, den Genitalbereich nur mit Wasser zu reinigen, können Sie auf eine spezielle Waschlotion für die Intimpflege zurückgreifen. Diese seifenfreien Produkte stören den gesunden Säureschutzmantel nicht und reinigen trotzdem effektiv.

Für die Intimpflege nicht geeignet sind aggressive Seifen oder gar Intimdeos und -sprays! Diese irritieren nicht nur die Haut, sondern auch die Scheidenflora massiv und können so den Weg für Infektionen bereiten. Auch von entsprechendem Puder sei abgeraten

Weiterer Teil der Intimpflege: Der Toilettengang

Sie sollten auch beim Toilettengang ein paar Tipps beherzigen: Reinigen Sie sich danach immer von vorn nach hinten. So gelangen keine Keime aus dem Darm in Scheide und Harnröhre, wo sie unliebsame Infektionen verursachen können. Bei der Wahl des Toilettenpapiers sollten Sie etwas weicheres Material bevorzugen, es kann sonst unangenehm reiben. Und: Falls Sie feuchtes Toilettenpapier benutzen, so sollten Sie darauf achten, dass keine Duft- oder andere Inhaltsstoffe enthalten sind, die die empfindliche Haut im Intimbereich reizen und Allergien verursachen können

Waschlappen und Handtücher: Potenzieller Nährboden für Keime

Verwenden Sie für Ihre Intimpflege möglichst keine Waschlappen. Diese sind ein idealer Nährboden für Keime, weil sie danach lange zum Trocknen brauchen und sich die Bakterien in der feuchten Umgebung sehr wohl fühlen. Sollten Sie dennoch Waschlappen verwenden wollen, nehmen Sie jedes Mal einen frisch gewaschenen. Am besten gelingt die Reinigung des Genitalbereichs aber einfach unter der Dusche mit der bloßen Hand.

Waschen Sie Handtücher und Waschlappen immer ausreichend heiß oder mit einem entsprechenden Hygienespüler und tauschen Sie Ihr Handtuch alle paar Tage aus. Sie können für den Genitalbereich auch ein gesondertes Handtuch verwenden. So vermeiden Sie, dass sich Keime in der Wäsche halten oder in die „falsche“ Körperregion verschleppt werden.

Noch ein Wort zur Unterwäsche: Spitze und Satin können sehr verführerisch sein – leider auch für Bakterien und weniger für Ihren Intimbereich. Besser sind Baumwollprodukte, die sich heiß waschen lassen und zudem weniger Hitzestau verursachen. Wer hätte gedacht, dass die Wahl der richtigen Unterwäsche zur Intimpflege gehört!

Die unliebsamen Haare …

Für viele Frauen (und übrigens auch Männer) gehört zur Intimpflege, regelmäßig einen Teil ihrer Schambehaarung zu entfernen, manche setzen auch auf die komplette Enthaarung. Für die einen hat das modische Gründe, andere fühlen sich damit einfach gepflegter und sauberer, manchmal spielen auch die Präferenzen des Partners eine Rolle.

Aus Sicht der Intimpflege ist die Haarentfernung im Intimbereich zuerst einmal weder notwendig noch empfohlen, Schambehaarung ist nicht per se unhygienisch. Stattdessen hat sie eine Schutzfunktion und Studien weisen darauf hin, dass eine Entfernung der Schambehaarung Infektionen fördern kann. Dies betrifft auch sexuell übertragbare Krankheiten wie zum Beispiel Genitalherpes, die entsprechenden Krankheitserreger fassen auf nackter, beanspruchter Haut leichter Fuß.

Wenn Sie nicht auf (Teil-)Enthaarung im Intimbereich verzichten wollen, bedenken Sie die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren: Eine Rasur trägt auch immer feine Hautschichten mit ab und kleine Schnittwunden können sich schnell entzünden. Der schlecht einsehbare Intimbereich ist diesbezüglich besonders gefährdet. Saubere und scharfe Rasierklingen reduzieren hier das Risiko für schmerzhafte Pickelchen, weil sie nicht an den Haaren reißen. Enthaarungscremes oder -mousses enthalten aggressive chemische Substanzen, damit die Haare ausfallen – damit sollten Sie Ihre empfindliche Intimregion besser verschonen. Einem Waxing oder Sugaring folgen nicht selten eingewachsene Haare oder eine Follikulitis, also Haarbalgentzündung. Allerdings haben Methoden, die die Haare mit der Wurzel entfernen, den Vorteil, dass die Haut länger glatt bleibt und die Prozedur seltener durchgeführt werden muss. Eingewachsenen Haaren kann mit einem regelmäßigen Peeling vorgebeugt werden.

Weniger ist mehr

Bei der Intimpflege ist definitiv weniger mehr! Geben Sie Ihrer Haut die Chance, sich selbst zu regulieren.