Klein, aber oho: Wie Scheidenpilz für Ärger sorgt

Sehr viele Frauen durchleben mindestens einmal in ihrem Leben eine Scheidenpilz-Infektion. Was Scheidenpilz ist und wie man ihn erkennen und behandeln kann, erfahren Sie hier.

  • Frau im Gespräch mit Ärztin.
    istockphoto.com/Eva-Katalin

Scheidenpilz – Was ist das?

Als Scheidenpilz, synonym auch Vaginalmykose oder Vaginalcandidose, bezeichnet man das übermäßige Wachstum von Hefepilzen in der Scheide. Meist ist der Erreger der harmlose Hefepilz Candida albicans: Bei etwa 30% aller Menschen lebt Candida unbemerkt auf der Mundschleimhaut und im Genitalbereich. Erst, wenn der Pilz sich stark vermehrt, wird er zum Problem.

Normalerweise schützt sich die Scheide sehr gut selbst: Auf ihrer Haut siedeln Milchsäurebakterien (Lactobazillen). Sie bilden Milchsäure und erzeugen so in der Scheide ein saures Milieu, der pH-Wert ist also niedrig. In dieser Umgebung fühlen sich krankmachende Keime nicht wohl. Werden die Milchsäurebakterien jedoch bei ihrer „Arbeit“ gestört, können sich andere Erreger plötzlich ausbreiten: Sinkt der Anteil an Milchsäurebakterien, haben Candida-Hefen weniger Konkurrenten um Nahrung und können sich massiv vermehren.

Scheidenpilz ist keine sexuell übertragbare Erkrankung, für gewöhnlich steckt man sich nicht bei seinem Sexualpartner damit an. Ein weiterer Trost: 75% aller Frauen erwischt es mindestens einmal in ihrem Leben!

Eine Ursache für Scheidenpilz: die lieben Hormone

Die Ursachen für Scheidenpilz sind vielfältig: Zum Beispiel können Hormonschwankungen die Scheidenflora stören. Darum ereilt der Pilz oft Mädchen in der Pubertät, Schwangere oder Frauen in den Wechseljahren. Bei Schwangeren fördern z.B. die großen Mengen an Östrogen im Körper das Wachstum des Hefepilzes, außerdem ist das Immunsystem während der Schwangerschaft weniger verteidigungsfähig. Auch die Antibabypille stellt einen Eingriff in das fein austarierte Hormongleichgewicht des Körpers dar und kann Scheidenpilz Vorschub leisten, da sich die Scheidenflora verändert.

Eine starke Abwehr schützt vor Scheidenpilz

Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt, dass sich falsche Keime in der Scheide vermehren: Akute Infekte, chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), aber auch Stress im Alltag können einen Scheidenpilz befördern.

Und wenn man dann noch Antibiotika nehmen muss, wird das Problem größer: Wie der Name sagt, töten Antibiotika Bakterien – und das leider nicht immer nur dort, wo sie es sollen. So kann eine Antibiotika-Behandlung die gesunde Scheidenflora angreifen und dem Scheidenpilz den Weg bereiten.

Finger weg von übertriebener Intimhygiene

Die Gesundheit der Scheide basiert auf „guten“ Bakterien – viele Frauen wenden aber zur Reinigung ihres Intimbereiches aggressives Duschgel, teilweise auch Intimsprays und Intimdeos an. Davon sei unbedingt abgeraten! Diese Mittel können die gesunde Scheidenflora angreifen und Scheidenpilz den Weg bereiten. Warmes Wasser ist für gewöhnlich völlig ausreichend, denn die Scheide reinigt sich selbst sehr effektiv.

Und noch etwas zur Reinigung: Wischen Sie beim Toilettengang immer von vorne nach hinten. So vermeiden Sie, dass Keime aus dem Darm in die Scheide gelangen.

An diesen Symptomen erkennen Sie eine Scheidenpilzinfektion

Mögliche Anzeichen für einen Scheidenpilz sind:

  • starker Juckreiz (Schamlippen, Scheideneingang)
  • Brennen
  • Rötungen, Schwellungen
  • weißer, quarkartiger Ausfluss
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Natürlich haben nicht alle Frauen dieselben Symptome. Manche haben „nur“ lang anhaltenden, starken Juckreiz, andere merken fast nichts von ihrem Scheidenpilz.

Diagnose von Scheidenpilz

Wenn Sie denken, dass Sie einen Scheidenpilz haben, sollten Sie dies von Ihrem Frauenarzt abklären lassen. Neben einer körperlichen Untersuchung wird er den Ausfluss unter dem Mikroskop betrachten. Oft sind hier bereits Pilze zu erkennen. Dies ist wichtig, denn ein Scheidenpilz wird anders behandelt als zum Beispiel eine Infektion mit Bakterien (bakterielle Vaginose).

Vorab können Sie mit diesem Selbsttest schon für etwas Klarheit sorgen: Selbsttest Scheideninfektion

Scheidenpilz erfolgreich behandeln

Zur Behandlung von Pilzinfektionen stehen gut wirksame Arzneimittel bereit: KadeFungin 3 enthält den Wirkstoff Clotrimazol, der den Scheidenpilz direkt bekämpft. In nur drei Tagen lässt sich damit der Pilz effektiv behandeln.

Bei manchen Frauen kommt der Scheidenpilz trotz Behandlung immer wieder, Ärzte sprechen von rezidivierender oder chronischer Vaginalmykose. Sollte dies der Fall sein, wird Ihr Arzt mit Ihnen auf Ursachenforschung gehen. Er führt zum Beispiel eine mikrobiologische Untersuchung durch: Der Keim wächst auf einem Nährboden und kann dadurch genau zugeordnet werden, denn in 10% aller Fälle wird die Pilzinfektion durch einen anderen Hefepilz als Candida albicans ausgelöst und muss dann anders behandelt werden. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, dass Ihr Partner ebenfalls behandelt wird, denn in seltenen Fällen kommt es zu einer gegenseitigen Ansteckung. Auch eine Unterstützung der Scheidenflora kann sinnvoll sein, mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Näheres zur Behandlung von Scheidenpilz finden Sie hier.

KadeFungin® 3 Kombi-Packung, Vaginaltabletten und Creme. Wirkstoff: Clotrimazol. Anwendungsgebiete: Infektionen der Scheide und des äußeren Genitalbereiches durch Hefepilze (Candida albicans). Die Creme enthält Cetylstearylalkohol. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Stand: 03/2013

Wie kann ich Scheidenpilz vorbeugen?

  1. Intimhygiene: Weniger ist mehr! Warmes Wasser genügt für gewöhnlich, verwenden Sie keine aggressiven Mittel. Falls Sie sich nicht so richtig sauber fühlen, können Sie eine Intimwaschlotion benutzen – achten Sie auf den richtigen pH-Wert, so wird die zarte Haut des Intimbereichs nicht irritiert.

  2. Handtücher und Waschlappen regelmäßig wechseln und heiß (mindestens bei 60 °Celsius) waschen: Das tötet unliebsame Keime ab. Mittlerweile gibt es auch Hygienespüler, die bereits bei niedrigeren Temperaturen zuverlässig hygienische Wäsche ermöglichen – achten Sie beim Einkauf darauf.

  3. Tragen Sie möglichst oft Baumwollunterwäsche. Mag weniger sexy wirken, lässt sich aber deutlich besser reinigen und verursacht gerade im Sommer weniger Hitzestau im Genitalbereich – der sonst dem Pilz ideale Bedingungen bietet.

  4. Lifestyle: Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung sowie Bewegung an der frischen Luft bauen Stress ab und stärken die Abwehrkräfte – damit der Scheidenpilz keine Chance hat.

  5. KadeFungin FloraProtect: Lactobacillus plantarum I 1001 macht besonders nach einer antibiotischen Behandlung oder einer durchgestandenen Scheideninfektion die Scheidenflora wieder stark und kann so helfen, neuen Infektionen vorzubeugen.

Die Anti-Pilz-Diät und andere Hausmittel

Von Frau zu Frau oft weitergegeben werden Hausmittel, die gegen Scheidenpilz helfen sollen: Da ist von Tampons mit Joghurt oder Quark die Rede, die die Scheidenflora wieder auf Trab bringen sollen und manche verwenden auch Naturschwämmchen. Davon ist allerdings abzuraten! Gerade die Naturschwämme bieten einen idealen Nährboden für Keime. Und die Bakterien im Joghurt sind nicht die, die Ihre Scheidenflora braucht! Kräutertinkturen mit Kamille oder Hamamelis in Sitzbädern können den Juckreiz lindern, gegen den Pilz selbst vermögen sie nicht viel auszurichten.

Auch sehr beliebt: Die „Anti-Pilz-Diät“. Der Pilz soll „ausgehungert“ werden, indem auf weißen Zucker und leicht verdauliche Kohlenhydrate verzichtet wird. Richtig ist: Der Hefepilz ernährt sich von Zuckermolekülen. Aber ob eine entsprechende Ernährung die Scheidenpilz-Infektion bekämpfen kann, ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.